Franz‑Peter Hofmeister
Ein Viertelmeiler, der Europas Laufbahnen prägte
Frühe Jahre und erste Erfolge
Die Geschichte eines jungen Mannes, der später zu den großen Namen der deutschen Leichtathletik zählen sollte, begann in Heppendorf. Er wurde am 5. August 1951 in Kerpen geboren, besuchte die Volksschule in seinem Heimatdorf Heppendorf und wechselte anschließend ans Neusprachliche Gymnasium in Bergheim, wo er 1970 sein Abitur machte. Der Schulsport wurde zum Sprungbrett: Aus ersten Läufen auf dem Sportplatz entwickelte sich eine Leidenschaft, die ihn weit über die Grenzen seiner Heimat hinaus bekannt machte.
Schon früh deutete sich an, welch außergewöhnliches Talent in dem jungen Sprinter aus Heppendorf steckte. 1968 wurde er schon Deutscher Jugendmeister über 100 und 200 m und verteidigte beide Titel ein Jahr später erfolgreich bei den Juniorenmeisterschaften.
1970 gewann er bei den Junioren‑Europameisterschaften gleich doppelt Gold – über 100 und 200 Meter – und machte damit erstmals international auf sich aufmerksam (Colombes bei Paris). Parallel dazu belegte er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln.
Vereine und sportliche Entwicklung
Seine ersten sportlichen Schritte machte Hofmeister beim Verein Jugend 07 Bergheim, dem er von 1967 bis 1975 angehörte. 1975 wechselte er zum SV Bayer 04 Leverkusen, wo er unter Cheftrainer Bernd Knut trainierte. Dort entwickelte er sich vom schnellen Kurzsprinter zum international konkurrenzfähigen 400‑Meter‑Läufer.
Internationale Karriere
1971 gewann er EM‑Silber über 200 Meter (20,7 s). Ein Sehnenschaden verhinderte seine Teilnahme an den Olympischen Spielen 1972. Doch Hofmeister kehrte stärker zurück: , 1974 erreichte er in Rom erneut das Finale. 1976 folgte sein größter olympischer Erfolg: Bronze mit der 4×400‑Meter‑Staffel in Montréal, wo er als Startläufer eingesetzt wurde.
1978 erreichte er den Höhepunkt seiner Karriere in Prag: Europameister über 400 Meter (45,73 s) und Gold mit der 4×400‑Meter‑Staffel. Mit der Europaauswahl wurde er später Vizeweltmeister und belegte im Einzelrennen über 400 Meter Rang vier.
Beruflicher Weg
Nach seinem Studium arbeitete Hofmeister als Diplom‑Kaufmann bei der Bayer AG. Er war in der Unternehmensorganisation tätig, später im Finanz‑ und Rechnungswesen, unter anderem als Leiter der Unternehmensrechnung im Bereich Chemie. 2009 trat er in die Altersteilzeit ein.
Auszeichnungen und Persönliches
Für seine sportlichen Leistungen erhielt er zahlreiche Ehrungen: 1976 das Silberne Lorbeerblatt, 1980 den Rudolf‑Harbig‑Gedächtnispreis und 1983 die Sportplakette des Landes Nordrhein‑Westfalen. Er ist verheiratet; seine Ehefrau Gundula Matysiak war Diskuswerferin.
Heinz-Toni Dolfen 2026